Häufige Fragen rund um das Kompetenznetz

Dr. Christian Hauschild, BVOU-Vorstandsmitglied und Landesvorsitzender des BVOU in Schleswig-Holstein, gibt Auskunft über das Kompetenznetz für Orthopädie und Unfallchirurgie. Der Kompetenznetzgedanke versteht sich auch als Antwort auf die Veränderungen in der Versorgungslandschaft.

Worum geht es bei dem Kompetenznetz Orthopädie und Unfallchirurgie?
Das Kompetenznetz stellt unser gemeinsames Fach Orthopädie und Unfallchirurgie nach außen dar. Indem teilnehmende Ärzte mit Kliniken kooperieren, verbessert sich das Versorgungs-angebot für unsere Patienten. Der ambulante und stationäre Sektor werden somit miteinander verzahnt. Darüber hinaus vernetzen sich konservativ und operativ arbeitende Kollegen. Fachspezifische Erkrankungen aus Orthopädie und Unfallchirurgie werden vom jeweiligen Spezialisten frühzeitiger behandelt. Patienten erfahren somit ohne Umwege, wo ihnen kompetent geholfen werden kann.

Wo liegen die Vorteile für Orthopäden und Unfallchirurgen?

Unser Fach etabliert sich durch das Kompetenznetz als Marke. Es geht darum, dass Orthopäden und Unfallchirurgen in der Öffentlichkeit als die kompetenten Ansprechpartner für muskuloskelettale und unfallbedingte Erkrankungen wahrgenommen werden.

Entstehen Kosten?

In der Anfangsphase werden sicherlich keine relevanten Kosten generiert. Der Berufsverband der Fachärzte für Orthopäden und Unfallchirurgen übernimmt über die Geschäftsstelle und die Mandatsträger des Verbandes die Initialisierung von regionalen Kompetenznetzen. Regionale Besonderheiten werden dann mit über die Rechtsform eines Kompetenznetzes entscheiden, wenn es gilt, Verträge zu entwickeln und abzuschließen.

Welche Schwierigkeiten sind zu überwinden?

Es muss uns gelingen, den wirklichen Leistungserbringern in unserem Gesundheitssystem — nämlich den Ärzten — zu verdeutlichen, dass sich unser bisheriges medizinisches Versorgungssystem in seinen Strukturen grundsätzlich ändert. Allein das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz schafft eine Vielzahl möglicher Kooperationsformen, die häufig nur auf finanziellen und steuerrechtlichen Aspekten gründen. Einer kompetenten medizinischen Versorgung der Patienten werden sie oftmals nicht gerecht. Rosinenpickerei durch solitäre Verträge und Strukturen sind nicht zielführend. Sie sind allenfalls Ausdruck kurzfristiger Verhandlungsergebnisse und passagerer Verdrängung durch Wettbewerb. Von Dauer sind solche Effekte aber kaum. Die Konformität der Versorgung wie auch der Anspruch an gute Verhandlungsergebnisse werden langfristig am ehesten durch die Geschlossenheit unseres Fachs erreicht.

Spielen Hausärzte in dem Kompetenznetz eine Rolle?

Nein, im Kompetenznetz selbst sicherlich nicht. Das sagt ja bereits der Name. Durch Definition von Schnittstellen und Verbesserung vorhandener Schnittstellen zur hausärztlichen Versorgungsebene wird jedoch zwangsläufig die Versorgung von Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen und Verletzungen verbessert. In diesen Prozess ist der Hausarzt natürlich eingebunden: Bei der Koordinierung kommt ihm auch eine ökonomische Verantwortung zu. Er muss beispielsweise bei unklarem Rückenschmerz entscheiden, ob er einen Patienten zum Nephrologen oder zum Orthopäden überweist. Bei klar erkannter Erkrankung beziehungsweise bei Verletzungen der Bewegungsorgane sollte der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie als Primärarzt des muskuloskelettalen Systems auch das Versorgungsmanagement übernehmen. Inkompetente Versorgung kann sich unser Gesundheitssystem, besonders vor dem Hintergrund der Unter- und Fehlversorgung und den damit verbundenen sekundären Kosten wie zum Beispiel Arbeistunfähigkeit und Frühberentungen, nicht mehr leisten.

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